Geschichte
Weitergehende Sanierungsmassnahmen (Gesamtsanierung)
Anhand einer Studie wurde untersucht, welche Betriebsweise sich auf lange Sicht für die Belange der Sondermülldeponie Kölliken am besten eigne. Untersucht wurden:
Die Studie hat aufgezeigt, dass die beiden ersten Varianten eine zeitlich nicht absehbaren Aufwand für Betrieb und Überwachung erfordert hätten: Eine vollständige Abkapselung und Trockenlegung, und damit eine völlige Stillegung der chemischen und biologischen Abbauprozesse wurde aus Sicht der Verantwortlichen abgelehnt. Das Problem SMDK hätte zwar für eine übersehbare Zeit als erledigt betrachtet werden können, hätte sich aber dadurch nur in eine ungewisse Zukunft verschoben. Infolge der Alterung der Bauwerke wäre das Problem zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Deponie bereits in Vergessenheit geraten wäre, erneut zum Vorschein gekommen. Die Belassung des Ist-Zustandes hätte einen steten Verlust an Feststoffen aus der Deponie über den Wasser- bzw. Gasweg bedeutet. Durch die Steuerung des Wasserhaushalts der Deponie hätten die biologischen, chemischen und physikalischen Prozesse im Deponiekörper zwar beeinflusst werden können. Anhand verschiedener Modelle hätte sich abschätzen lassen, mit welchen Halbwertszeiten der einzelnen eingelagerten Stoffe hätte gerechnet werden müssen. Es hätte Studien bedingt, die darüber Auskunft gegeben hätten, zu welchem Zeitpunkt die Umweltgefährdung durch das Potential der eingelagerten Stoffe ein tolerierbares Mass angenommen hätte. Es wurden Zeiträume von 100 bis 500 Jahren diskutiert. Die Gesamtsanierung der Deponie als dritte Variante stellte die schnellste und radikalste Möglichkeit zur endgültigen Beseitigung des Problems SMDK dar. Dieses Vorgehen beansprucht einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahre für Planung und Realisierung. Mit einem international ausgeschriebenen Wettbewerb für Studienaufträge wurde 1999 nach neuen innovativen Möglichkeiten einer Gesamtsanierung der Deponie gesucht. Vorgegeben wurde, dass das Schadstoffpotenzial aller Inhaltsstoffe der Deponie nachhaltig so zu reduzieren respektive zu immobilisieren sei, dass nach dem Jahr 2015 keine weiteren Sanierungen mehr notwendig sein würden. Aus über sechzig Bewerbungen mit Ideenskizzen wählte eine Jury internationaler Experten die vier vielversprechendsten Vorschläge aus. Das Konsortium beauftragte diese vier Bewerber mit der Ausarbeitung von unabhängigen Studien, welche die Machbarkeit, die Sanierungsdauer sowie die Kosten einer Gesamtsanierung aufzeigen sollten. Diese vier Studien dienten als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen in der Sondermülldeponie Kölliken. Anschliessend wurde ein Vorprojekt erarbeitet, in welches die besten Ideen der vier Studien eingearbeitet wurden. Bis Mitte Februar 2003 wurde das Vorprojekt zum Sanierungsprojekt verfeinert und der Aufsichtsbehörde zur Prüfung eingereicht. Fortsetzung siehe Gesamtsanierung.
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