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Die Sicherung des Ist-Zustandes war 1986 vordringlich

Als erste Sicherungsmassnahme erhielt die Deponie einen «Regenschutz» verpasst.
In die Deponie eindringendes Wasser wird zwangsläufig verschmutzt und verfrachtet Schadstoffe in Richtung des Grundwasservorkommens. Deshalb muss es behandelt werden. In den Jahren 1986 bis 1988 wurde der gesamte Deponiekörper mit einer rund 1 Meter dicken Abdeckung aus Lehm versehen, die das Eindringen von Wasser von oben massiv reduziert hat.
Die Massnahme hat zu einem Rückgang der anfallenden Wasser- mengen von durchschnittlich 70 000 auf 35 000 m3/a. geführt.
Weil das Abwasser damals noch in verschiedene ARAs transportiert werden musste, entsprach diese Einsparung von 50% fast 2000 Tanklastwagenfahrten pro Jahr.
Aus der Deponie wurden bis zum Beginn des Rückbaus pro Tag rund 2000 m3 Gas abgesaugt. Sie wurden in über 70 Gassonden erfasst und regelmässig beprobt.
Die Hauptprobleme im gefassten Gasgemisch waren der Gestank und die Gesundheitsgefährdung. Eine Explosionsgefahr wäre nur bei einzelnen Gassonden gegeben, im Gemisch war die Konzentrationen dafür zu gering.
Die einzelnen Sonden lieferten unterschiedliche Gaszusammensetzungen. Das Gasgemisch enthielt in geringer Konzentration Methan und verschiedenste leichtflüchtige Kohlenwasserstoffverbindungen.
 


Die Abdeckung halbiert die Wassermenge


Mehrlagige Abdeckung gegen Deponiegrüche


Die Funktion der Deponieabdeckung wurde regelmässig überprüft

   

 


1985 erfuhr die SMDK eine umfassende Reorganisation.

Während in der alten Organisation das zuständige Amt des Kantons Aargau gleichzeitig Betreiber und Kontrollinstanz war, hat es in der neuen Organisation lediglich noch seine Kontrollfunktion inne.
Der wichtigste Unterschied liegt demzufolge in der seither praktizierten Gewaltentrennung.
Die Führung des Konsortiums Sondermülldeponie Kölliken ist seit der Schliessung der Deponie im Jahr 1985 organisatorisch immer wieder der aktuellen Situation und den daraus resultierenden Aufgaben angepasst worden.
Verantwortung und Kostenteiler für die SMDK sind jedoch seit 1978 stets gleich geblieben.
 


Die Besitzer der SMDK


Beteiligung und Verantwortlichkeit

   

 


Der Grundwasserschutz hat höchste Priorität

In einem Gebiet von ca. 500 Metern rund um die SMDK sind seit 1985 über 260 Kernbohrungen zur Erkundung des Untergrundes abgeteuft worden, die tiefste davon auf 185 m.
Die Bohrkerne sind systematisch untersucht worden. Daraus haben sich wertvolle Informationen über die Wechsellagerungen und die Klüfte in den Bodenstrukturen der Unteren Süsswassermolasse neben und unter der Deponie ergeben und dienten als Grundlage bei der Planung der folgenden Sicherungsmassnahmen. 

1992 wurde in der Kölliker Rinne eine Pump- oder Interventionsbrunnenreihe quer zur Strömungsrichtung gebaut. Bei Bedarf könnte damit das kontaminierte Wasser abgepumpt und der Behandlung zugeführt werden. Sie musste bis heute noch nie in Betrieb genommen werden. Mit Inbetriebnahme der Abschirmung Süd 2003 besitzt die Brunnenreihe nur noch ein sekundäre Bedeutung.

 


Untersuchung der Bodenstrukturen


Sicherungsbarriere Obermatten

   

 


Ab 1994 eine eigene Schmutzwasser- und Abluftbehandlung

Im Jahre 1994 nahm die SMDK eine eigene Schmutzwasser- und Abluftbehandlungsanlage in Betrieb, die SWALBA.
In der Abluftbehandlungsanlage (ALBA) wurden die aus der Deponie abgesaugten Gase und die aus der Abwasserbehandlung stammende Abluft bis 2014 bei 900 °C mit Hilfe von Erdgas verbrannt und die Rauchgase gewaschen. Nach Wegfall der stark belasteten Deponiegase wird die Restabluft nun mittels Aktivkohle gefiltert.
In der Schmutzwasserbehandlungsanlage (SWABA) werden in einer ersten Stufe die ungelösten Schwebeteile des Deponiesickerwassers ausgefällt, geflockt und danach sedimentiert.
In der Biologiestufe 1 werden die organischen Kohlenstoffverbindungen durch Bakterien, die auf rotierenden Tauchtropfkörpern angesiedelt sind, eliminiert.
Nach einer Aktivkohlestufe, in welcher die persistenten, d.h. schwer abbaubaren organischen Verbindungen adsorbiert werden, bauen in der Biologiestufe 2 andere Bakterien das fischtoxische Ammonium zu Nitrat und Stickstoff ab. Dies geschieht wiederum auf rotierenden Tauchtropfkörpern.
Für nur leicht belastetes Drainagewasser besteht seit 2002 eine zweistufige Aktivkohlefilter-Anlage. 
 


Verfahrensschema


Abwasserbehandlungsanlage

Ablufthandlungsanlage
 

 

 

 


Die Abschirmung Nord gegen den Hangdruck

Zur Abschirmung gegen das aus dem Hang in die Deponie eindringende Wasser ist am Nordrand der Deponie in den Jahren 1997/98 eine rund 9 m tiefe Drainage auf einer Länge von 340 Metern erstellt worden. Das darin gefasste Hangwasser ist sauber und kann deshalb direkt in den Mülibach abgeleitet werden.
Durch diese Massnahme konnte der Wassereintritt in die Deponie im Jahresdurchschnitt um weitere 25% reduziert werden.
 


Wirkung Abschirmung Nord

   

 


Die Abschirmung Süd stoppt die Ausbreitung der Schmutzfahne

Am Südrand der Deponie sind 2001/2002 auf einer Länge von 560 Metern und im Abstand von je 4 Metern total 129 Drainagebrunnen gebohrt worden. Sie haben einen Durchmesser von 80 cm.
Das diesen Brunnen zuströmende Grundwasser wird im darunter liegenden begehbaren Werkstollen gefasst und über verschiedene Transportleitungen abgeführt. Die Drainagebrunnen der Abschirmung Süd verhindern das unkontrollierte Abfliessen von verschmutztem Deponiewasser ins Grundwasser. Die Installation wirkt wie eine Senke. Das Wasser diesseits und jenseits der Drainagebrunnenreihe strömt ihr entgegen. Das Wasser aus den Drainagebrunnen ist von unterschiedlicher Qualität. Einige Brunnen liefern Trinkwasserqualität, andere jedoch stark kontaminiertes und geruchsbelastetes Wasser. 
Stark kontaminiertes Wasser wird der SWALBA, der Schmutzwasserbehandlungsanlage der SMDK, zugeführt.
Schwächer belastetes Wasser wird in einer Anlage mit Aktivkohlefiltern gereinigt und kann zusammen mit dem sauberen Wasser in den Vorfluter (Mülibach) abgeleitet werden. Durch diese Triage der Wasserqualitäten kann ausgeschlossen werden, dass die Anlagen der SWALBA in Regenzeiten zu grosse Wassermengen verarbeiten müssten.
Im Jahresdurchschnitt liefert die Abschirmung Süd rund 99 m3 Wasser pro Tag. In Spitzenzeiten sind es bis zu 250 m3/d.

Bereits verschmutzte Zonen im Abstrom der Deponie werden durch das nachströmende Wasser stellenweise wieder gereinigt. Über den Erfolg der Massnahmen zur Verbesserung der Grundwasserqualität im Umfeld der SMDK orientiert unser Infobulletin Nr. 41.
 


Bis 20 Meter tief wird das Wasser gesammelt


Verfahrensschema


Die Wasserqualität wird laufend untersucht



Die Schmutzfahne bildet sich zurück