2000 Interessierte in der Halle
am Besuchstag vom 29.10.2016
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Vorprojekt Dezember 2001

Die in der Bewertung der Sanierungsstudien bestbewertete Ingenieurgemeinsacht ASA-INTERTA / G.U.T. wurde beauftragt ein Vorprojekt zum eigentlichen Sanierungsprojekt auszuarbeiten.

Folgende wesentliche Vorgaben bildeten den Rahmen, innerhalb dessen Überlegungen zur Sanierung der Deponie getätigt wurden:

  • Komplette Räumung der Deponie mit den abgelagerten Abfällen und der kontaminierten Damm und Sohlebereiche.
  • Räumung soll innert 10 Jahre abgeschlossen sein.
  • Verfüllung der Deponie soll erst 3 bis 5 Jahre nach Abschluss der Räumarbeiten erfolgen.
  • Bei der Verfüllung darf nur unbelastetes Material verwendet werden.
  • Eine Nachnutzung als Deponie ist ausgeschlossen.
  • Die Räumung darf nur unter einem überdachten und gegen die Umgebung isolierten Bereich erfolgen.
  • Bei der Räumung haben der Immissionsschutz und die Arbeitssicherheit oberste Priorität.
  • Eine Geruchs- und Lärmbelästigung der umliegenden Anrainer ist möglichst zu vermeiden.
  • Eine on Site-Behandlung ist auf das unbedingt erforderliche Maß zu minimieren, um den gesicherten Abtransport der geborgenen Materialien zu ermöglichen.
  • Beim Abtransport ist möglichst auf die Bahn als Transportmittel zurückzugreifen.
  • Beim innerbetrieblichen Transport soll möglichst auf LKW-Transport verzichtet werden.
  • Die vorhandene Infrastruktur der SMDK ist möglichst in das Sanierungskonzept einzubeziehen.
  • Die für die Räumung zu errichtende Infrastruktur soll sich möglichst auf das Gelände der SMDK beschränken.
  • Ein Qualitätssicherungssystem soll während des gesamten Sanierungsablaufes eine schlüssige Beweissicherung von der Bergung bis zur Entsorgung der einzelnen Abfälle ermöglichen.
  • Eine umfangreiche Hangsicherung soll ein Abrutschen der umliegenden Böschungen ausschließen.
  • Ein permanentes Monitoring der Schutzbereiche Wasser, Boden, Luft und Leben soll den gesamten Sanierungsablauf begleiten.

Massenbilanz und Entsorgungswege

Um eine Grundlage für die zu erarbeitende Studie zu schaffen, wurde in einem ersten Schritt aus den bestehenden Informationen und Daten eine Massenbilanz zu den eingelagerten Stoffen, der Deckschicht und der kontaminierten Damm- und Sohlbereiche erstellt und die einzelnen Stoffe anhand ihrer Beschreibung aus der Chemiedatenbank zu unterschiedlichen Entsorgungswegen zugeteilt.
Die bei dieser Zuordnung zu treffenden Festlegungen über Dichten der abgelagerten Abfälle und andererseits die Zuordnung zu den unterschiedlichen Entsorgungswegen anhand oft wenig detaillierter Abfallbeschreibungen stellte sich als äusserst aufwendig heraus. Zudem stellte sich auch noch das Problem, dass die beiden Grundlagendatenbanken, die zur Auswertung herangezogen wurden, unterschiedliche Gesamtvolumina beinhalteten. Die Auswertung der Datenbanken erfolgte in zwei Schritten: In einer ersten Auswertung wurde die eingelagerte Abfallmasse in Tonnen ohne Unterscheidung der Einlagerungsform ausgewertet und den unterschiedlichen Entsorgungswegen zugeordnet. Diese erste Auswertung wurde in einem zweiten Schritt verfeinert. Dabei wurde auch auf die Einlagerungsform (lose, Säcke, Fässer, sonstige) als zusätzlichem Parameter eingegangen.

Tabelle 1: Übersicht über die eingelagerten Abfälle und mögliche Entsorgungswege (alle Angaben Tonnen)

  SMVA KVA BOBE UTD RSD Summe in %
Lose 45 478 5 279 105 458 27 578 77 304 261 097 70
Sack 557 0 123 27 225 0 27 905 7
Fass 38 429 3 603 8 032 10 344 4 097 64 505 17
Sonstige 1 081 43 19 052 698 317 21 121 6
Gesamt 85 546 8 924 132 665 65 845 81 718 374 698 100

Entsorgungswege: SMVA (Sondermüllverbrennungsanlage), KVA (Kehrichtverbrennungsanlage), BOBE (thermische Bodenbehandlungsanlagen), UTD (Untertagedeponie) und RD (Reststoffdeponie). Von einer Entsorgung der eingelagerten Abfälle in ZMO (Zementöfen) wurde aufgrund der hohen Kosten, die bei einer Umrüstung erforderlich wären, und vor allem aufgrund der politisch umstrittenen Situation sowie verfahrenstechnischer Hürden abgesehen.

Weiters wurde aufgrund der Projektunterlagen und vergleichbarer Projekte der Schluss gezogen, dass die abgelagerten Abfälle kaum den Qualitäten einer Inertstoffdeponie (ISD) entsprechen und daher auch keinesfalls als Vorortmaterial geeignet sind, da hierfür nur absolut unbelastetes Material in Frage kommt.

Bei der Abschätzung der kontaminierten Sohl- und Dammbereiche wurde auf die 1990 vom Petrographischen Institut der Universität Bern durchgeführten Bodenanalysen zurückgegriffen. Mittels einer vom Studienersteller durchgeführten eindimensionalen Transportgleichungsberechnung für permanente Stoffeinträge wurde für den Parameter Chlor nachgerechnet, dass nach einem Abzug von 1 m Schichtdicke vom Sohl- und Dammbereich ein Großteil der Schadstoffkonzentration erfasst ist. Auf dieser Basis wurde für die weitere Dimensionierung des Sanierungsprojektes von einer abzuziehenden Sohl- und Dammschicht von 1 m ausgegangen. An dieser Stelle wird jedoch festgehalten, dass diese Annahme unbedingt im Zuge der weiteren Projektierung durch Erkundungsbohrungen abgesichert werden muss, um detaillierte Kostenberechnungen durchführen zu können. Weiters wird darauf hingewiesen, dass lokale Hot-Spots mit tiefergehenden Kontaminationen mit dieser Maßnahme nicht entfernt werden. Es wird auch darauf hingewiesen, dass bereits jetzt das Bewusstsein geschaffen werden muss, dass durch Abzug der kontaminierten Bodenbereiche nur langfristig eine Verbesserung der Grundwassersituation zu erzielen ist, da in den verbleibenden Bodenschichten in Summe immer noch eine große Schadstofffracht gespeichert sein kann.
Bei der Massenermittlung und Einstufung der kontaminierten Damm- und Sohlbereiche wurde bewusst die Annahme getroffen, dass die ersten 20 cm in einer thermischen Bodenbehandlungsanlage entsorgt werden müssen, die nächsten 30 cm in einer Reststoffdeponie abgelagert werden können und die letzten 50 cm in einer Inertstoffdeponie abgelagert werden können.
Bei Massenermittlung und Einstufung der abzubauenden Deckschicht über der Deponie, wurde die Annahme getroffen, dass 90 % durch vorsichtiges Abziehen der Deckschicht unverschmutzt abgezogen werden kann und in der Folge als Vorortmaterial für die Wiederverfüllung eingesetzt werden kann und die restlichen 10 % in Reststoffdeponien entsorgt werden müssen.


Tabelle 2: Mengenmatrix Sanierungskonzept (in Tonnen)

  SMVA KVA BOBE UTD RSD ISD Vorortmat. Summe in %
Deckschicht 0 0 0 0 9 451 0 85 054 94 505 17
Abfälle 85 546 8 924 132 665 65 845 81 718 0 0 374 698 69
Sohle 0 0 15 252 0 22 879 38 131 0 76 262 14
Gesamt 85 546 8 924 147 917 65 845 114 048 38 131 85 054 545 465 100
in % 16 2 26 12 21 7 16 100  

Um die anfangs erwähnte Fertigstellungsfrist der Räumung einhalten zu können, errechnet sich bei 49 Arbeitswochen pro Jahr, 4.25 Tagen pro Woche und einer Arbeitszeit von 10 Stunden pro Tag eine durchschnittliche Räumleistung von 500 Tonnen pro Tag. Die daraus ermittelte Nettoabbauzeit für die insgesamt 545 456 Tonnen beträgt 5.24 Jahre. Bei Hinzurechnung diverser Leistungseinbrüche im Zuge der Räumung aufgrund unterschiedlicher Verteilungen von einzelnen Fraktionen innerhalb der Altlast und erforderlicher Stillstände während der Hallenvorrückung wird mit einer Bruttoabbauzeit von insgesamt 6 Jahren gerechnet.

Planerische Umsetzung des Sanierungskonzeptes

Bei der planerischen Umsetzung des Sanierungskonzeptes wurde besonderen Wert darauf gelegt, dass die gesamte Infrastruktur inklusive Verladebahnhof ausschließlich auf dem Gelände der SMDK unterzubringen ist. Es wurden dabei auch die Verladebereiche mit in die Überdachung einbezogen, um Geruchsemissionen soweit wie möglich unterbinden zu können.

Abb. 2: Lageplan Deponie mit vorgerückter Halle und Infrastruktur

Der Rückbau der SMDK wurde von Ost nach West unter einer verschiebbaren Einhausung (Abbauhalle) geplant. Zunächst wird auf der Fläche der Deponie-Etappe 4 eine Lagerhalle errichtet, die temporär zusätzlich mit einer Big-Bag- und Fassumfüllstation sowie mit einer Verladestation mit Kran ausgerüstet wird. Für den Aushub der Deponie-Etappe 3 (Süd und Mitte) wird auf einer Fläche von ca. 7200 m² in zwei Abschnitten eine vollständige Einhausung hergestellt. Die Entsorgung der Abfälle erfolgt dabei zunächst nur über die Lagerhalle. Nach dem vollständigen Aushub der Deponie-Etappe 3 wird auf der frei gewordenen Fläche eine Bodenplatte hergestellt und die sogenannte Manipulationshalle errichtet, die bei der Sortierung und Aufbereitung des Aushubmaterials aus den Deponie-Etappen 1 und 2 dient. Bei Bedarf wird zusätzlich eine Reservehalle errichtet, die die Fläche der Deponie-Etappe 3 Mitte abdecken würde.

Der Aushub der Deponie-Etappen 1 bis 2 wurde unter sukzessivem Dachvorschub in 12 Bauabschnitten geplant. Der Abtransport der abgebauten Abfälle zur Manipulationshalle erfolgt über ein kontinuierliches Fördersystem. Lose Fraktionen werden mittels Bergebagger vorsichtig abgezogen und über mehrere Förderbänder und einen Verbindungstunnel in die Manipulationshalle transportiert. Hier kann bei Bedarf eine Nachsiebung des Materials über ein Trommelsieb erfolgen. Ein Grossteil der Fraktion (Annahme 90 %) wird jedoch direkt in Kastenbeschicker gefördert. Bereits beim Abbau wird darauf geachtet, nur gleichartiges Material zu einer Charge von insgesamt 200 m³ (Fassungsvermögen Kastenbeschicker) zusammen zu fassen. Vor dem Kastenbeschicker erfolgen in regelmäßigen Abständen eine Probenahme des Materials und eine Zusammenfassung zu einer qualifizierten Stichprobe. Die Probe wird analysiert und die Charge einem Entsorgungsweg zugeordnet. Aus dieser Vorgangsweise ist ersichtlich, dass es essentiell ist, bei der Räumung darauf zu achten, augenscheinlich gleichartiges Material zu einzelnen Chargen zusammen zu fassen.
Der Abbau der Fässer und Big-Bags erfolgt mit geeigneten Bergegeräten, die Fässer werden vorsichtig geborgen, bei Bedarf in Überfässer gestellt und mit einer Seilbahn und Kettenförderer auf ISO-Paletten in die Manipulationshalle transportiert. Dort erfolgt die Probenahme, Erstzuordnung und Chargenzusammenstellung der einzelnen Gebinde. Bei Bedarf können Fässer mit flüssigen Inhalten für einen sicheren Transport umgepumpt werden. Grundsätzlich werden beschädigte Fässer in Überfässern transportiert. Die Bergung der Big-Bags erfolgt ebenfalls über die Seilbahnanlage und die Kettenförderer. Die Big-Bags werden grundsätzlich in der Manipulationshalle beprobt, geöffnet und in neue Big-Bags umgefüllt.
Bis zum Vorliegen der Analysenergebnisse werden die einzelnen Materialien am Gelände zwischengelagert. Nach Vorliegen der Analysenergebnisse werden die losen Fraktionen aus den Kastenbeschickern abgezogen und in ACTS-Container für Schüttgüter umgelagert, verwogen und mit dem Brückenkran zum Abtransport auf ACTS-Trägerwaggons verladen. Big-Bags und Fässer werden mit Hubstaplern direkt in ACTS-Bahncontainer für den Palettentransport geladen. Ein eigenes Deponiemanagementsystem ermöglicht dabei eine lückenlose Beweissicherung der abgebauten Abfälle von der Abbaustelle bis zur Entsorgung in geeigneten Anlagen.

Analytik

Im Bereich Analytik wurde ein eigener Analysenbaum erstellt, der die Abfälle anhand gewisser Parameter eindeutig geeigneten Entsorgungswegen zuordnete. Es wurde dabei darauf geachtet, einen sinnvollen Kompromiss zwischen einer schnellen Zuordnung zu einzelnen Entsorgungswegen und einer hohen Qualitätssicherung bei der Einstufung einzelner Abfälle zu finden. Aus diesem Grund wurde ein bei vergleichbaren Projekten bereits erfolgreich eingesetztes System angedacht, bei dem Schnellanalysen auf Leitparametern in regelmäßigen Abständen durch Vollanalysen verifiziert werden und die Leitparameter bei Bedarf neu angepasst werden. Bei der losen Fraktion hat man daher eine Analysendichte von 1 Analyse alle 200 m³ angesetzt, bei den Fässern und Big-Bags gibt es bei jedem Fass und jedem Big-Bag eine organoleptische Erstbeurteilung und in der Folge 1 Analyse alle 15 Tonnen (d.h. Chargengrößen von 50 Fässern bzw. 10 Big-Bags). Ein wesentliches Augenmerk wird daher auf die durchzuführende Erstbeurteilung und die daraus resultierende Zuordnung zu einzelnen Chargen zu legen sein. Bei Fässern und Big-Bags werden jeweils Einzelproben entnommen und zu einer repräsentativen Mischprobe zusammen gefasst. Insgesamt wird mit rund 237 000 Erbeurteilungen, 15 500 Leitparameteranalysen und 1 550 Vollanalysen gerechnet.

6 ABWASSER UND ABLUFT

Ein eigenes Entwässerungskonzept sichert den ordnungsgemäßen Wasserhaushalt während der gesamten Sanierungsphase. Das Entwässerungskonzept unterscheidet dabei folgende Bereiche: Wässer aus der Hangdrainage Nord, Dachflächenwässer aus den einzelnen Abbauhallen, Oberflächenwässer aus den einzelnen befestigten Fahrbereichen im Außenbereich, häusliche Abwässer aus den einzelnen Betriebsräumlichkeiten, Reinigungswässer aus der Manipulationshalle, Schmutzwässer aus der Deponie, Oberflächenwässer aus der abgedeckten Deponie bzw. aus dem geräumten Bereich und Löschwasser für Brandfälle.

Für sämtliche Wasserbereiche wurden geeignete Entsorgungseinrichtungen bzw. Überwachungseinrichtungen geschaffen. Dabei wurde die bestehende Sickerwasseraufbereitungsanlage (SWABA) mit in das Konzept eingebunden. Rund 77 650 m³ Oberflächenwasser pro Jahr sollen kontrolliert in den Mülibach geleitet werden. 39 190 m³ pro Jahr werden in die ARA Kölliken geleitet, wobei hiervon 33 225 m³ pro Jahr zuvor in der bestehenden SWABA vorgereinigt werden. Bei Bedarf wird wie bisher ein Teil der Schmutzwässer aus dem Deponiebereich extern in geeigneten Anlagen entsorgt.

Das Entwässerungskonzept umfasst unter anderem die Errichtung eines weiteren Zwischenspeicherbeckens mit 1 570 m³, eines Löschwasservorratsbeckens mit 1 420 m³ und eines Löschwasserauffangbeckens mit 1 000 m³ welche alle unter der Lagerhalle situiert sind. Die neu errichtete Entwässerung Süd wird nach Ende der Sanierungsarbeiten bis zur vollständigen Sanierungszielerreichung weiter betrieben.

Zur Deponieentgasung werden als Begleitmassnahme zur bestehenden Gasfassung während des Abbaus zusätzliche Sauglanzen im Bereich der Abbaufront eingebracht, die im Deponiekörper befindliche Bodenluft absaugen sollen. Es wird dadurch über einen lokalen Unterdruck eine pneumatische Sperre in der Abbaufront geschaffen. Für diese zusätzliche Absaugleistungen stehen am Beginn der Räumung insgesamt 750 Nm³/h als Reserve in der bestehen thermischen Abluftbehandlungsanlage (ALBA) zur Verfügung.

Ein wesentliches Augenmerk wurde bei der Erstellung des Sanierungskonzeptes auf die Erfassung und Behandlung der Abluft aus den einzelnen überdachten Bereichen gelegt. Durch die komplette Einhausung der Abbaubereiche wird einerseits eine Beeinträchtigung nach außen minimiert (Staub, Gas, Lärm). Weiters wird verhindert, dass zusätzliches Oberflächenwasser in den Deponiekörper eindringt.

In der Abbauhalle selbst findet der Abbau mit Abbaugeräten, deren Fahrerkabinen geschlossen und fremdbelüftet sind, statt. Es wird darauf hingewiesen, dass es nicht vorgesehen ist, in der Abbauhalle ein Milieu zu schaffen, in dem sämtliche MAK-Werte eingehalten werden sollen. Die Abbauhalle wird mit einem Vorhang in zwei Abschnitte geteilt. Im Abbauabschnitt wird eine Luftwechselzahl von 1-2 angestrebt. Damit ergibt sich eine erforderliche Absaugleistung von 100 000 Nm³/h.

Im Bereich der Manipulations- und der Lagerhalle wird mit einem sechsfachen Luftwechsel gearbeitet. Daraus resultiert eine Anlagengröße für das Areal der Manipulationshalle von 300 000 Nm³/h und für den Bereich der Lagerhalle von 200 000 Nm³/h. An besonders exponierten Stellen (stark ausgasende Bereiche in der geöffneten Abbaufront, Fassabsaugung, Gebindebeprobung, Übergabestellen, Förderbänder, Trommelsieb, Big-Bag-Abfüllstation) werden lokale Absauganlagen mit einem 25-fachen Luftwechsel installiert.
Die einzelnen Abluftanlagen haben eine einheitliche Leistung von 100.000 Nm³/h und bestehen aus Biowäschern im Gegenstromverfahren und aus nachgeschalteten zweistufigen Aktivkohlefiltern.

7 STANDSICHERHEIT

Um die Standsicherheit des Nord-, West- und Südhanges der Deponie während der Abbauarbeiten zu gewährleisten, wird vor Beginn der Räumung eine Bohrpfahlwand mit einer Überkopfverankerung errichtet. Diese Bohrpfähle nehmen während der Räumung auch die horizontalen Kräfte des Tragseiles der Seilbahn auf und erlauben, während der Räumung der kontaminierten Sohle einen Abzug mit einer Schichtstärke von insgesamt bis zu 3 m.

Zusätzlich werden an der Nordflanke die installierten Bohrpfähle als Fundierung für die Transportbahn des Hallendaches herangezogen. Weiters können die Bohrpfähle zur Ableitung der Horizontalkräfte der Lärmschutzwand verwendet werden.

Die Abbaufront in der Halle weist während der Räumung eine Neigung von maximal 1:1 auf. Falls erforderlich werden beim Abbau lokale Sicherungsmaßnahmen (leicht umsetzbare Stützelemente, Abrollsicherungen,...) errichtet. Ansonsten sind in diesem Bereich nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Sicherungsmaßnahmen erforderlich.

8 MONITORING, SANIERUNGSZIEL UND ARBEITNEHMERSCHUTZ

In der Studie wurde ein Monitoringkonzept entwickelt. Es wurde dabei das bestehende Monitoringprogramm übernommen und bei Bedarf erweitert.

Bezüglich des zu erreichenden Sanierungszieles wurde ein eigener Stufenplan entwickelt, mit dem unter der Einbeziehung der zuständigen Behörde Sanierungszielwerte im Boden ermittelt werden können und der Zielerreichungsgrad im Anschluss an die Sanierung quantifiziert werden kann.

Im Anschluss an die Räumung ist die Grube für einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren im geräumten Zustand zu belassen. Eine Wiederauffüllung erfolgt erst nach diesem Beobachtungszeitraum. Dabei werden in der Studie zwei Varianten vorgestellt. Eine Variante mit einer teilweisen Auffüllung, bei der eine wiederverwertbare Fläche für Bauvorhaben geschaffen wird und in einer weiteren Variante eine Auffüllung bis auf das Urgelände, wie es dem derzeitigen Wunsch der Gemeinde Kölliken entspricht.

Zum Schutz der mit den Sanierungsaufgaben beschäftigten Personen sind verschiedenartige Maßnahmen vorgesehen, die sich im wesentlichen in folgenden Gruppen unterteilen:

  • Bauliche Maßnahmen zum Arbeitsschutz
  • Persönliche Schutzbekleidung, Sicherheitsausrüstung
  • Stationäre Mess-, Überwachungs- und Soforthilfeeinrichtungen
  • Schwarz-Weiß-Bereiche
  • Erste Hilfe-Station vor Ort
  • Brandschutzkonzept
  • Externe Einsatzorganisationen
  • Externe und interne Arbeitsanweisungen durch vor Ort befindliche Fachleute
  • Strenge Arbeitsanweisungen mit Überwachung der konsequenten Einhaltung.

9 TERMINPLAN UND GESAMTKOSTEN

Der Terminplan sieht vor, dass der Erlass für die Baubewilligung Anfang Juli 2004 erteilt wird. Das Bewilligungsverfahren sollte daher nicht mehr als 6 Monate in Anspruch nehmen. Unter diesen Bedingungen kann im März 2005 mit der Errichtung der Infrastruktur und im März 2006 mit der insgesamt 6 Jahre dauernden Räumung begonnen werden. Anschließend muss noch ein Jahr für den Abbau der errichteten Infrastruktur und die vorübergehende Rekultivierung geplant werden, sodass das Sanierungsprojekt 2012 fürs Erste abgeschlossen ist. Die Wiederauffüllung ist ab 2015 angedacht und nicht im gegenständlichen Sanierungsprojekt enthalten.

Die Gesamtkosten für die Sanierung ohne Wiederauffüllung und ohne Beseitigung der tieferliegenden Kontaminationen belaufen sich laut Kostenschätzung auf CHF 337 Mio. Daraus resultiert ein maximaler Mittelfluss von CHF 59 Mio p.a. im Jahr 2005 während der Errichtungsphase.